Hornkorallen,
ist die deutsche Bezeichnung für Gorgonien. Diese besondere Art von Korallen zeigt ein ganz anderes Erscheinungsbild als sämtliche anderen Korallen. Sie wachsen fächerförmig, als Peitschen, in Harfenform usw. Zumeist aber direkt nach oben und nicht über die Fläche wachsend.
In der Natur wachsen Gorgonien meist an srömungsreichen Stellen, und wächst mit dem Stamm ins freie Wasser. Nur die Fußscheibe ist am Boden
Bei den Gattungen der Gorgonien gibt es zwei Gruppen. Zum einen die von lichtlebenden Arten. Dieses Arten bezeichnet man als zooxanthelate Arten. Diese Korallen leben in Symbiose mit Algen und gewinnen daraus ihre Energie. Diese sind im Aquarium meist gut haltbar, wenn einige Punkte beachtet werden. Die Farbe tendiert bei den Polypen meist zu braun, die Stämme können allerdings sehr farbig sein.
Die andere Gruppe leben nicht von Licht sondern ernähren sich durch Aufnahme von Stoffen aus dem Wasser. Einige Arten aus dieser Gruppe können aktiv fressen. Die Arten aus dieser Gruppe bezeichnet man als azooxanthelle Arten. Diese überwiegend sehr farbigen Tiere sind in normalen Becken und bei normaler Pflege nicht haltbar. Für den Einstieg sind Tiere aus dieser Gruppe wirklich nicht geeignet, auch wenn sie wunderschön aussehen. Glauben Sie mir, ich weiß hier ziemlich genau wo von ich spreche. Ich versuche seit Jahren die Tiere der zweiten Gruppe zu pflegen und habe dabei mehr Tiefen als Höhen erlebt.
Einige Tier aus der zooxanthellen Gruppe möchten wir hier ein wenig näher vorstellen. Diese sind häufiger im Handel zu finden und wie bereits gesagt, meist relativ einfach in der Pflege.
Pseudopterogorgia bipinnata
Diese Art ist sehr gut haltbar. Sie verträgt leichtere bis sehr starke Strömung und zeigt ein gutes Wachstum. Ableger können durch Abknipsen der Seitentriebe sehr gut erstellt werden. Diese Gorgonie ist relativ robust auch gegenüber anderen Korallen. Benötigt viel Licht.
Gorgonia ventalina oder Venusfächer.
Diese Art benötgt viel Strömung. Am besten auch ein wenig turbulent, damit Schwebstoffe und Ablagerungen von der Gorgonie entfernt werden. Die verbleibenden Ablagerungen auf der Gorgonie werden auch sehr gerne von Einsiedlern gefressen, die diesen "Futterplatz" sehr schnell in die tägliche Runde aufnehmen. Eine Vermehrung ist hier schwierig, da eine abgetrenntes Stück meist eingeht. Diese Gorgonie ist auch empfindlich gegenüber Vernesselungen. Selbst andere Gorgonien können diese Fächer vernesseln. Viel Licht ist hier von Vorteil und fördert das Wachstum.
Plexaurella sp.
Diese Art wächst in der Regel etwas langsamer als die vorher beschriebenen. Sie wächst sowohl in seichter als auch in stärkerer Strömung. Eine Vermehrung ist hier auch durch Abtrennen relativ leicht möglich.
 eine weitere Plexaurella Art
Befestigen von Ablegern. Wie bei den meisten anderen Weichkorallen ist das Befestigen mit Kleber nicht möglich. Entweder schleimt die Koralle an der Klebestelle so stark, dass ein Kleben nicht möglich ist oder sie stirbt an dieser Stelle ab. Die Ableger sollten auch nicht zu stark gedrückt werden, da dieses auch zum Absterben des Gewebes führt.
Der Teil, der geklebt werden soll, wird vom lebenden Gewebe befreit. Ein vorsichtiger Ringschnitt und das Gewebe läßt sich problemlos entfernen. Danach wählt man ein größeres Loch im Riffaufbau (ca. 1cm Durchmesser) und stecke den gewebefreien Teil der Gorgonie dort hinein. Danach wird das Loch mit feinem Korallensand aufgefüllt und kleinen Steinen verkeilt. Die Zwischenräume des Korallensand werden nun mit Korallenkleber aufgefüllt. Die kleinen Steine sitzen nach dem Trocknen des Klebers, wie zementiert im Loch und geben der Gorgonie bereits nach 15 Minuten einen absolut sicheren Halt.
Noch ein Hinweis. Einige der lichtabhängigen Korallen scheinen auch feinstes Futter aufzunehmen. Ob es wirklich verwendet wird entzieht sich unserer Kenntnis. Unbedingt notwendig ist es aber für diese Arten nicht.
Hier noch ein Beispiel für eine azooxanthelle Art. Sie bestechen durch ihre phantastischen Farben. Lassen Sie sich trotzdem nicht zum Kauf verleiten. Denn diese Tiere überleben ohne gezielte Fütterung nicht. Nicht jedes Futter ist dafür geeignet und die Belastung der Wasserwerte durch diese Fütterung enorm.
Frank Diehl, Robert Baur-Kruppas © 2004 by http://www.matuta.de und http://www.korallenriff.de
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