Warum ist eine Heizung überhaupt notwendig?
Fische haben keinen getrennten Blutkreislauf. Sie sind wechselwarme Tiere und ihr Organismus passt sich der Umgebungstemperatur an. Bei niedrigen Temperaturen sinkt der Stoffwechsel. Die Folge ist eine schlechte Futteraufnahme und träges Verhalten. Bei zu hohen Temperaturen verkürzt sich die Lebensdauer, Farben und Fruchtbarkeit.
Bei einer Aquarienhaltung ist also auf eine entsprechende Temperatur zu achten. Bei tropischen Fische liegt der Temperaturbereich bei ca. 24-26 °C.
Seewasserbecken benötigen häufig keine Heizung wenn diese in geheizten Räumen stehen. Da die starke Beleuchtung sehr viel Energie als Wärme abgibt, kommt es im Tagesverlauf zu einer Aufheizung des Beckens. Salzwasser ist ein guter Wärmespeicher und die Temperatur wird in den Nachstunden nur langsam abgebaut. Bei Seewasserbecken mit einem Technikbecken im Keller kann diese Abkühlung aber sehr viel schneller erfolgen, so das doch eine Heizung notwendig wird.
Generell ist die Anschaffung einer Heizung trotzdem anzuraten um auf alle Eventualitäten reagieren zu können.
Als Hinweis für Umsteiger aus der Süsswasseraquaristik: Ältere Eheimfilter mit eingebauten Heizungen sind nicht seewassertauglich und können die Becken vergiften.
Die häufigsten verwendeten Heizungen sind die Stabheizer. Ein Widerstandsdraht wird um ein hitzebeständigen Träger gewickelt. Dieser ist aus Keramik, Porzellan o. ä. Dieser Heizkörper wird in ein Glasrohr aus hitzebeständigem Glas gesteckt und mit Quarzsand gefüllt. Der Quarzsand dient zur gleichmäßigen Verteilung der Temperatur.
Diese Stabheizer sind relativ preiswert, haben aber auch den Nachteil der relativ hohen Oberflächentemperatur bei geringer Oberfläche. Stabheizer besitzen keine Thermostat und müssen extern über eine Temperaturregelung gesteuert werden. Dies Funktion können aquaristische Computer oder auch einzelne, für diesen Zweck entwickelte Steuerungen übernehmen.
Regelheizer sind Stabheizer mit einem Thermostat. Als Temperaturregler finden bei diesen Heizungen häufig Bimetallregler Verwendung.
Wie funktioniert ein Bimetallregler?
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Ein Bimetall ist ein Metallstreifen aus zwei verschiedenen Materialien, die sich bei Temperaturveränderung unterschiedlich ausdehnen oder zusammenziehen.
Die Bimetallregler sind 2 Punkt Regler und somit unstetige Regler. Unstetige Regler besitzen voreingestellte Schaltzustände. Sie haben definierte Ausgangszustände (Ein oder Ausschalten) die sie je nach Eingangssignal erreichen. Eine Variante dieses Reglers ist der 2-Punkt-Regler. Er besitzt die Zustände 0 und 1 als Ausgangssignal. Die Zustände behält er solange bei wie es die Hysterese (Schaltdifferenz) vorgibt. Beispiel: Der Thermostat schaltet bei einer Temperatur von 24°C die Heizung ein und lässt sie solange eingeschalten bis das Beckenwasser eine Temperatur von 26°C erreicht hat. Damit liegt die Hysterese bei 2 Kelvin ( 26°C - 24°C ) |
Einbauort:
Bei Verwendung von Stab oder Regelheizern in Seewasserbecken sollte die Heizung nach Möglichkeit im Technikbecken untergebracht werden. Sie sollte aus Glas oder Titan sein.
Ist kein Technikbecken vorhanden ist für einen ausreichenden Berührungsschutz der Heizung zu sorgen.
Viele Beckeninsassen können der Heizung gefährlich werden ( z.B. Drückerfische) oder sie können sich selbst gefährden, da sie zu langsam sind um beim Einschalten der Heizung zu verschwinden. Dort sind Anemonen und teilweise auch Seesterne zu nennen.
Stabheizer dürfen im eingeschalteten Zustand nicht trocken fallen, da es zu einer Überhitzung und Zerstörung des Glaskörpers führen kann. Dieses kann zu einem elektrischen Schlag im Aquarium führen. Also bei einem Wasserwechsel daran denken und wenn nötig die Heizung für die Dauer der Wartung abschalten.
Elektrische Sicherheit:
Beim Einsatz solcher Heizungen ist darauf zu achten, das sich ein VDE oder GS Zeichen darauf befindet. Nicht nur am Stecker sondern auch auf der Heizung. Außerdem sollte vermerkt sein, das diese Heizung vollständig untergetaucht werden kann. Leider befinden sich immer noch Fabrikate im Handel, die nicht vollständig dicht sind und somit nicht getaucht werden dürfen.
Auch der Einsatz eines FI Schutzschalters sollte in Betracht gezogen werden. Einen Bericht dazu finden Sie hier Heizungen mit defekten Kabeln oder Glaskörpern sind sofort auszutauschen.
Als Heizleistung sollte ein Watt pro ein Liter Beckeninhalt ausreichend sein. Bei beheizten Räumen reicht meist auch die Hälfte, also 0.5 Watt / Liter aus. Es können auch mehrere Heizungen verwendet werden um auf die gesamte Leistung zu kommen.
Wie genau sind nun diese Regelheizer?
Dazu habe ich mal einen Praxistest gemacht. Eine Kunststoffwanne wurde mit 40 Liter Osmose Wasser gefüllt und eine 250 Watt Heizung und eine 800 Liter Pumpe hineingelegt. Die Heizung wurde auf 24°C eingestellt. Die Temperatur wurde mit dem Temperaturfühler eines Aquastar gemessen und mit der Software TIMO aufgezeichnet.

Der Testaufbau
Der Behälter wurde mit einem Deckel verschlossen und für 24 Stunden die Pumpe und Heizung in Betrieb genommen. Die Umgebungstemperatur lag bei ca. 20°C

Nach dieser Zeit hatte sich die Temperatur auf 25,9°C eingependelt. Für einen Regelheizer ist diese Abweichung auf Grund seines einfachen Thermostaten nichts unübliches. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 24,83°C. Darin ist allerdings die Aufheizheizphase enthalten.
Zur Sicherheit sollte man seine Heizung also schon mit einen Thermometer kontrollieren und nicht der Regelskala der Heizung blind vertrauen. Auch einige externen Heizungsregelungen zeigen einen solchen Unterschied. Dort ist dann meist der Messwert des Temperaturfühler vom Hersteller nicht sauber eingestellt worden oder die Regelung zeigt Alterungserscheinungen. Sie lesen richtig, auch Elektronik zeigt Alterungserscheinungen.
Lesen Sie auch unseren Artikel zum Berührungsschutz der Heizung.
Frank Diehl, Robert Baur-Kruppas © 2004 by www.matuta.de und www.korallenriff.de
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