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Feuchtigkeit durch Aquarien



Probleme mit dem nassem Element

Obwohl wir mit der Pflege von Fischen uns zwangsweise mit dem nassen Element Wasser umgeben, ist diese nicht unbedingt verträglich für alle eingesetzten Materialen. In Form von Feuchtigkeit kann uns dieses Wasser schon mal zur Verzweifelung bringen, weil ein nicht unerheblicher Schaden entstehen kann.

Damit ist nicht das auslaufen größerer Mengen Wasser aus einem Aquarium gemeint, sondern die permanente erhöhte Luftfeuchtigkeit. Teichbesitzer sind wahrscheinlich die einzigen, die Fische pflegen ohne in der Wohnung ein Problem mit Feuchtigkeit zu bekommen.

Versuchen wir erst einmal zu klären, warum es überhaupt zu dieser erhöhten Feuchtigkeit kommt.

Die größte Anzahl der eingerichteten Aquarien dürften Becken aus dem tropischen Bereich sein. Somit werden diese in Temperaturbereichen betrieben, die durchaus über der Zimmertemperatur liegen kann. Schon alleine dadurch kommt es zur ständigen Verdunstung. Auch die Bewegung der Wasseroberfläche tut ein weiteres dazu, diesen Verdunstung zu unterstützen. Viele benutzen ja genau diesen Effekt zur Kühlung. Mit starken Ventilatoren wird ein Luftstrom über die Wasseroberfläche geleitet und dort eine erhöhte Verdunstung erzeugt. Diese Verdunstung kühlt das Beckenwasser ab. Nicht die "kalte" Luft, die man im Luftstrom des Ventilators fühlt. Diese Luft ist nicht kälter als die umgebende Luft. Wir empfinden es nur so. Dieser Effekt, bewegte Luft als kälter zu empfinden, wird auch Windchill-Faktor genannt.

Die Wassermenge, die von der umgebenen Luft aufgenommen werden kann, ist abhängig von ihrer Temperatur. Viele Brillenträger kennen den Effekt. Werden kalte Brillengläser in einen warmen Raum gebracht, kondensiert das Wasser an den kalten Gläsern. Die Luft wird an den Gläsern abgekühlt und gibt einen Teil des gespeicherten Wassers ab. Dieser Effekt ist auch an Fensterscheiben zu beobachten, wenn es draußen richtig kalt ist und in der Wohnung relativ warm. Ist die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch dann kondensiert das Wasser an den Scheiben. Warme Luft kann also mehr Wasser aufnehmen als kalte.

Auch im Aquarium können wir diesen Effekt beobachten. Wenn Sie eine geschlossene Abdeckung auf dem Aquarium haben, wird dort ständig Wasser in der Abdeckung kondensieren und wieder ins Becken laufen.


Auch Meerwasserbecken können geschlossen betrieben werden



Hier haben wir schon die erste Tücke. Da sich in den Abdeckungen auch die Lampen befinden kondensiert das Wasser an den unterschiedlichsten Materialen. An den Lampenkörpern, Reflektoren und an der Abdeckung selbst. Es ist nicht nur möglich, sondern ziemlich sicher, das auf Dauer dort Spuren des Materials gelöst werden und ins Becken gelangen. Wenn es sich um ein Seewasserbecken handelt, wird dort auch permanent Salz abgelagert.
Wenn Sie Seewasseraquarianer sind haben Sie sicherlich schon gehört, das nur Süßwasser verdunstet und die Salze im Aquarium verbleiben. Wie soll also Salz an die Beleuchtungen etc. kommen?
Nun, die Aussage stimmt nur bedingt. Die größte Menge des verdunsteten Wassers ist Süßwasser. Es werden aber auch Spuren der Salze mitgerissen, die sich dann beim Kondensieren anlagern. Für den Salzgehalt im Becken ist dieser geringe Salzverlust nicht tragisch aber die permanenten Anlagerungen können an den Beleuchtungen schon zu ansehnlichen Verkrustungen führen. Diese Salze beschleunigen auch die Korrosion am Lampenmaterial. Schauen Sie sich einfach mal die Reflektoren der Leuchtstofflampen an.
Wenn die Abdeckung aus Holz besteht, ist auf eine sorgfältige Verarbeitung und Abdichtung zu achten. Ansonsten wird es ein kurzes Gastspiel dieser Abdeckung sein.

Es ist also ratsam, diese Feuchtigkeit aus der Abdeckung zu entfernen. Dazu werden häufig kleine PC Lüfter verwendet. Empfehlenswert sind hier die Silent Lüfter, die eine etwas ungewöhnliche Propellerform besitzen. Diese laufen fast unhörbar. Diese PC Lüfter können mit einem Steckernetzteil betrieben werden. Wenn die Spannung des Netzteiles in Stufen einstellbar ist, kann damit auch eine einfache Drehzahlabstufung erreicht werden. Das Steckernetzteil in eine Zeitschaltuhr einstecken. Somit ist eine einfache Intervallsteuerung für die Entlüftung realisiert.


Bei Lüftern sollten immer nur die Kleinspannungsvarianten Verwendung finden.




Im Sommer können diese Lüfter auch häufiger eingeschaltet werden und die Drehzahl erhöht werden. Somit haben wir gleichzeitig eine Kühlung für dieses Becken realisiert.



Häufig wird die Frage gestellt, was den nun besser ist - Die Luft aus der Abdeckung zu ziehen oder Luft in die Abdeckung zu drücken. Gar nicht so einfach zu sagen. Um die Feuchtigkeit aus der Abdeckung zu bekommen, ist es sicherlich sinnvoll die Luft herauszuziehen. Für die Kühlung im Sommer ist es besser den gerichteten Luftstrom über die Wasseroberfläche zu leiten, also den Lüfter die Luft ins Becken ziehen zu lassen. Bei den Abdeckungen, die ich umgebaut habe, lasse ich die Luft in die Abdeckung blasen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Abdeckung wurde ein Luftaustritt geschaffen, der mit Profilgittern aus geeigneten eloxierten Alu abgedeckt wurde. Dieses funktionierte zur Zufriedenheit.

Noch etwas nebenbei. Auch wenn Sie ein offenes Becken besitzen werfen sie doch mal einen Blick auf die montierte Beleuchtung. Auch dort finden sie auf den Scheiben der HQI Brenner deutliche Salzspuren. Diese sind nicht nur durch Spritzwasser entstanden, sondern auch durch verdunstetes Wasser aus dem Aquarium. Also auch hier ist auf entsprechendes Material zu achten.

Bleiben wir bei den offenen Becken und der Kühlung. Auch hier wird häufig mit Ventilatoren zwecks Kühlung gearbeitet. Sinn und Zweck des Ventilators ist es die an der Wasseroberfläche gesättigte Luft ab zu transportieren und durch trockenere Luft zu ersetzen. Dabei sind Walzenlüfter effektiver als Radiallüfter. Walzenlüfter erzeugen einen breiteren und fast laminaren Luftstrom.


Das Material ist unbedingt dem Verwendungszweck anzupassen.




In Unterschränken befinden sich bei Seewasserbecken häufig die sogenannten Technikbecken. Hier wird das warme Wasser zum Teil heftig bewegt und die Verdunstung ist entsprechend hoch. Es empfiehlt sich eine Abdeckung auf die Technikbecken zu legen.
Trotzdem ist es nicht immer möglich. Teilweise sind die Technikecken auch den Schlammfilteraquarien gewichen, dort werden die Algen beleuchtet. Eine aufgelegte Scheibe ist dort zwar prinzipiell möglich, beeinträchtigt aber den Lichteintrag enorm. Es bilden sich Verkrustungen und die Scheibe ist permanent mit Tropfen übersät.

In diesem Fall empfiehlt es sich auch den Unterschrank in Intervallen zu entlüften. Die Technik ist ähnlich wie mit den Aquarienabdeckungen.


Was im Unterschrank passieren kann, wenn keine ausreichend Lüftung vorgesehen ist, sehen Sie auf den folgendem Bild.


Modulstecker durch Feuchtigkeit zerstört


Diese elektrischen Anschlüsse eines Aquariumcomputers sind vollkommen zerstört. Da es sich um Anschlüsse von Sensoren handelte, kann man an dem Zustand der Stecker schon erkennen, das dort nichts mehr korrekt funktionierte. Alle Anschlüsse mussten durch neue ersetzt werden. Keine billige Lösung. Die Installation einer Lüftung wäre billiger gewesen.

Nun haben wir hoffentlich die größten "Feuchtigkeitsverursacher" beschrieben. Alle beschriebenen Lösungen transportieren aber die feuchte Luft in die Umgebung ab und erhöhen somit dort die Luftfeuchtigkeit.

Auch das kann zu einem Problem werden. Zum einen funktioniert das System Verdunstungskühlung nicht mehr vernünftig, wenn die umgebende Luft zu feucht ist. Zum anderen, und das ist viel schlimmer, kann eine permanente erhöhte Luftfeuchtigkeit zu massiven Bauschäden und Schimmelpilzen in der Wohnung führen. Die entstehenden Kosten für eine Sanierung haben Sie im Schadensfall selbst zu tragen. Und diesen können erheblich sein. Auch eine bleibende Schädigung durch Sporen der Schimmelpilze ist nicht nur denkbar. Hier ist also für einen Abtransport der feuchten Luft zu sorgen. Wenn das Aquarium in einem geschlossen Raum steht oder voll verkleidet ist, ist es ratsam die feuchte Luft unmittelbar nach außen abzuführen. Ähnlich wie es mit Dunstabzugshauben gehandhabt wird. Ein Rohrlüfter befördert die Luft durch einen Auslass im Mauerwerk direkt ins Freie. Leider ist dieses nicht überall möglich.



Das einfachste ist es natürlich, in den entsprechenden Räume permanent zu lüften. Einige wollen dieses in den Wintermonaten aber vermeiden oder sind längere Zeit nicht anwesend.
Um einen Luftaustausch zu gewährleisten können auch Fensterlüfter installiert werden. Diese können im Intervallbetrieb oder über Feuchtigkeitssensoren angesteuert werden.
Gerade in den Wintermonaten kommt es zu erhöhten Feuchtigkeitsproblemen in Räumen mit Aquarien. Warum? Nun erinnern wir uns an die Verdunstungskühler. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern, wie warme Luft. Also wird die überschüssige Feuchtigkeit abgegeben und dringt in Wände, Polster etc. Wahrscheinlich werden die Fenster auch nicht so häufig offen stehen wie im Sommer. Dadurch findet auch noch ein verminderter Luftaustausch statt. Alle diese Faktoren tragen dazu bei, das im Winter einige Wohnungen zu Tropfsteinhöhlen werden. Tun sie unbedingt etwas dagegen.

Bei Seewasserbecken kommt noch ein weiterer Umstand hinzu. In der erhöhten Luftfeuchtigkeit befindet sich auch immer Salz. Das wurde ja bereits oben im Artikel beschrieben. Fällt nun die Feuchtigkeit in der Wohnung wieder aus, legen sich feinste Salzspuren auch auf die Umgebung. Einige Pfleger konnten in der Nähe ihrer Meerwasserbecken einen erhöhten Rostanfall von Metallen beobachten. Dieses wird nicht nur durch die Feuchtigkeit hervorgerufen, sondern die Salze setzen den Metallen in erhöhtem Masse zu.

Sollten alle oben genannten Punkte zum Luftaustausch nicht möglich sein, können sie auch noch zu Luftentfeuchtern greifen. Vergessen Sie aber die häufig im Baumarkt angebotenen chemischen Entfeuchter. Diese arbeiten auf Basis von Silka-Gel oder ähnlichem. Chemische Entfeuchter sind nicht dazu geeignet eine solche Menge an Feuchtigkeit aus den Räumen zu entfernen, zumal diese permanent nachgeliefert wird. Hier kommen nur elektrische Entfeuchter in Frage. Diese Arbeiten nach einem ähnlichem Prinzip wie Kühlschränke. Die Luft wird im Gerät abgekühlt und das kondensierende Wasser aufgefangen. Danach wird die kühle Luft wieder aufgewärmt und abgegeben. Diese aufgewärmte Luft ist nun deutlich von Feuchtigkeit reduziert. Um die passende Kapazität eines solchen Entfeuchters bestimmen zu können, wenden Sie sich bitte an den Fachhandel. Denn ein unterdimensioniertes Gerät bringt rein gar nichts.

Die Frage nach den Betriebskosten bei solchen Geräten ist natürlich berechtigt. Bei steigenden Energiekosten ist ein solcher Entfeuchter sicherlich kein billiges Vergnügen. Aber bedenken Sie bitte was eine Sanierung auf Grund von Schimmel in Wänden und Möbeln an Kosten verursacht. Dagegen dürfte ein Entfeuchter ein billiges Vergnügen sein.
Oder Sie nutzen gleich ein Kombigerät. Diese lassen sich im Winter als Entfeuchter und im Sommer als Klimaanlage einsetzen.

Frank Diehl, Robert Baur-Kruppas © 2005 by http://www.matuta.de und http://www.korallenriff.de


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