Problemstellung: Eine Leuchtstofflampe mit dimmbarem Vorschaltgerät ( Ansteuerung 1- 10 Volt) flackert oder glimmt wenn diese auf 0% gefahren wird. Mittlerweile gibt es auch Leuchstofflampen, bzw dimmbare EVGs die bei 0V Ansteuerung die Leuchstoffröhre mit 100% ansteuern. So eine Problemstellung tritt z.B dann auf, wenn man den Simmod (0-10 V Ausgabeeinheit) des aquastars dazu benutzt seine Leuchststoffröhren zu dimmen. Denkbar ist so etwas natürlich auch mit allen anderen 0-10 V Ausgängen irgendwelcher Steuerungen. So eine Dimmung liesse sich z.B auch mit einem Logo Modul realisieren.
 Simmod Quelle:iks
Dieses Problem ist eigentlich schon mehrfach auf matuta behandelt worden und es gab auch eine Diskussion dazu. Eigentlich dachte ich, dieser Artikel wäre schon lange geschrieben und auch online. Aber dem war nicht so, wie einige Nachfragen ergeben haben.
Deshalb hier noch mal ein Lösungsansatz. Eine zusäztliche Elektronik überwacht die Steuerspannung. Wenn diese unter ein gewissen Level absinkt, wird die Leuchte per Relais vom Netz getrennt. Überschreitet die Steuerspannung einen Wert, wird die Leuchte wieder ans Netz geschaltet. Diese Schaltung läßt sich in vielen Variationen realisieren. Von kleinen Controllern, die die Steuerspannung überwachen und in Abhängigkeit ein Relais steuern. Das wäre ziemlich elegant gelöst und läst sich in kleinster Bauform realsieren. Wer also mit Pic , Atmel und Co umgehen können, sein eine solche Lösung ans Herz gelegt. Mit einem Controller lassen sich je nach Ausführung gleich mehrere Schwellwertschalter realisieren.
Mittlerweile gibt es auch von matuta eine fertige kompakte Lösung, die auch direkt in der Beleuchtung integriert werden können: Der TL-Schalter. Weitere Infos dazu finden Sie hier.
Leider ist nicht jeder Bastler in der Lage solche Controller zu programmieren oder damit Schaltungen zu realisieren. Es müssten Porgrammieradapter und Softwaretools eingesetzt werden. Deshalb gibt es hier eine etwas konventionellere Lösung die noch mit Transistoren und Widerständen arbeitet.
Umsetzung: Die Steuerspannung zum Vorschaltgerät wird auch auf einen Schwellwertschalter geführt. Eine nachgeschaltete Schaltstufe schaltet ein Relais. Die Hysterese des Schwellwertschalters sollte eng sein, damit der Regelbereich beim Dimmen nicht eingeschränkt wird. Soweit jetzt erst mal das Technische. Damit jeder Bastler diese Lösung realisieren kann, habe ich nach einer fertigen Lösung gesucht. Bei Conrad wird ein Bausatz unter der Nr. 19 60 37 angeboten, Dort sind alle Teile enthalten. Anhand dieses Bausatzes beschreibe ich nun mal die Inbetriebnahme. Natürlich kann man sich alles auch auf einem kleinen Stück Platine selber aufbauen.
 Hier ein Bild des Conrad Bausatzes
Der Transistor T1 und T2 bilden einen Schwellwertschalter. Diese haben die Eigenschaft bei erreichen einer Schwelle schlagartig zu schalten. Genau dieses brauchen wir. Damit die Schaltung nicht "flattert" haben Schwellwertschalter eine Hysterese. Das bedeutet die Einschaltschwelle ist höher als die Ausschaltschwelle. Bei den dimensionierten Bauteilen schalet das Relais bei Anlegen einer Spannung zwischen Punkt a und c mit ca. 1,2 Volt ein und bei 1 Volt wieder aus.
T3 ist nur ein Schaltverstärker und schaltet das Relais.
 Der Schaltplan des Bausatzes von Conrad
Die gesamte Funktion ist in der beiliegenden Beschreibung zum Bausatz sehr ausführlich erklärt.
Anschluss: Plus der Steuerleitung vom Simmod zum EVG wird an Punkt a angeschlossen. Die Masse der Steuerleitung an Punkt c. Die Platine wird mit einer eigenen Versorgungsspannung zwischen 9 und 12 Volt versorgt Diese Versorgungsspannung kann natürlich für alle verwendeten Schwellwertschalter verwendet werden. Denn leider ist für jedes dimmbare EVG ein solcher Schwellwertschalter nötig. Auf dem folgenden Bild finden Sie die komplette Verdrahtung. Als 0- 10 V Ausgabeeinheit wurde hier der simmod des aquatars gewählt. Die Schaltung mit dem Schwellwertschalter ist nur als Blockschaltbild mit den entsprechenden Anschlüssen gezeigt.
 So sollte die gesamte Verdrahtung aussehen.
Noch ein Hinweis:
Das Relais schaltet die Lampe nur einpolig ab. Dadurch kann es zu folgenden Beobachtungen kommen. Obwohl das Relais die Leuchstoffröhre vom Netz (230V) abgetrennt hat, glimmt die Röhre leicht. In diesem Fall ziehen Sie den Netzstecker der Lampe aus der Steckdose und stecken diesen um 180 Grad gedreht wieder ein.
Und wie immer wenn höhere Spannungen im Spiel sind:
Dieser Aufbau ist bei sachgerechter Ausführung betriebssicher. Trotzdem weise ich ausdrücklich darauf hin, dass in dieser Schaltung mit Netzspannung gearbeitet wird. Es sind die Bestimmungen des örtlichen Stromanbieters zu beachten. Ich übernehme keine Haftung oder Garantieansprüche für Schäden oder Folgeschäden , die durch den Aufbau und die Inbetriebnahme von Schaltungen und Bauvorschlägen entstehen, die auf diesen Seiten veröffentlich werden. Der Aufbau ist vor der Inbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft zu überprüfen.
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